Krise bei den Deutschen Spielautomaten Herstellern

Wegen Corona sind bereits viele Existenzen bedroht. Auch die Automaten-Industrie ist betroffen. Diese wird allerdings auch von den neuen Regelungen für Glücksspiel stark eingeschränkt. Lesen Sie hier mehr über die Spielautomaten-Industrie. Das heißt, über ihr Problem mit Corona und mit den neuen Regelungen und über ihre Zukunft.

Lockdown & Corona

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass viele Menschen ihre Wohnungen nur noch selten verließen. Arbeit erledigte man im Homeoffice, wenn es möglich war. Einkäufe tätigte man lieber im Internet. Und auch die Freizeit fand größtenteils in den eigenen vier Wänden statt. Der Lockdown brach vielen Lokalen letztlich das Genick. Ihre Besitzer mussten Insolvenz anmelden.

Spielhallen ging es in dieser Zeit nicht besser. Die komplette Schließung ihrer Lokale ließ viele ihrer Kunden auf digitale Varianten umsteigen. Und das nur, weil sie nicht auf ihr Glücksspiel verzichten konnten.

Mehr als einmal war dieser Wechsel permanent, da Online Casinos bequemer sind. Die Tatsache, dass lokale Spielhallen immer noch aufpassen müssen, wie viele Kunden sie gleichzeitig einlassen, steigert die Spielfreude nicht. Die Hygiene-Bestimmungen, denen sie ebenfalls unterworfen sind, tun ihnen ebenfalls keinen Gefallen.

Im Jahr 2021 verbuchte die Glücksspielindustrie einen Rückgang von rund 50 % im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Man kann die Schuld dafür aber nicht allein bei Corona suchen.

Neue Regelungen für das Glücksspiel

Seit 2008 versucht die Regierung Deutschlands bundesweit das Glücksspiel zu regulieren. Diese Regelung heißt Glücksspiel-Staatsvertrag. Inzwischen wurde die vierte Überarbeitung dieses Gesetzes angenommen. Die neuesten Regulierungen von 2021 machen es der bereits gebeutelten Automaten-Industrie nicht einfacher. Der Grund dafür ist zum einen der Abbau von Spielautomaten, da die Verteilung von Spielotheken staatlich reguliert wird. Sie dürfen nicht zu nah beieinander und auch nicht in der Nähe von Kinder- und Jugendeinrichtungen stehen. Das bedeutet, dass viele Spielhallen umziehen oder abgerissen werden mussten. Dadurch sind sie weniger bequem erreichbar.

Im neuen Glücksspiel-Staatsvertrag wird außerdem erstmals das Online-Glücksspiel reguliert. Für die Hersteller von herkömmlichen Automaten ist das ein Problem, da sie diese Spielotheken nicht beliefern können. Wenn Online Spielhallen reguliert und demnach sicher sind, werden sie noch attraktiver für Glücksspiel-Fans. Das reduziert die Besucherzahl für lokale Spielhallen noch mehr. Selbst nachdem Corona überstanden ist, werden viele vermutlich nicht mehr zu den lokalen Angeboten zurückkehren. Stattdessen werden sie dauerhaft bei den digitalen Anbietern bleiben.

Eine noch größere Gefahr für die Automaten-Industrie sehen Betroffene aber bei den illegal aufgestellten Spielautomaten. Diese stehen in Bars und anderen Lokalen dieser Art. Diese unterliegen keinen Regelungen seitens des Staates. Zudem werden sie immer attraktiver für Freunde des analogen Glücksspiels. Das liegt daran, dass sie meistens näher sind als Spielhallen. Außerdem unterliegen diese Lokale keinen Vorgaben wie die richtigen Spielotheken. Die Kunden könnten verstärkt auf die illegalen Angebote ausweichen. Das könnte passieren, wenn sie sich von den staatlichen Einschränkungen bedrängt fühlen.

Fazit & Ausblick

Die derzeitige Lage und die neuen Gesetze machen es Spielautomaten-Betreibern und Herstellern nicht leicht. Sowohl Corona als auch die verschärften Regelungen scheinen darauf aus, Spielhallen in den Ruin zu treiben. Zudem ist das Online-Glücksspiel auf dem Vormarsch. Und illegale Angebote gewinnen an Attraktivität je mehr die Spielotheken beschränkt werden.

Die Experten sehen aber optimistisch in die Zukunft. Betreiber können bald ihr Angebot erweitern, indem sie auch andere legale Glücksspiele in ihren Lokalen anbieten. Insbesondere Lotto gehört zu diesen. Laut Schätzungen sollte sich der Verlust von 2021 mit dieser Maßnahme wieder ausgleichen. Außerdem wird es noch dauern, bis die Online-Glücksspiele legal in Deutschland agieren können. Schließlich müssen die Anbieter Anträge dafür stellen. Bis dahin kann die analoge Automaten-Industrie ihr eigenes Angebot sympathischer gestalten.

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