Casinos Austria AG bekommt unerwartete Finanzspritze

Nach 8 Jahren endete ein langwieriger Rechtsstreit mit einer positiven Entscheidung für den österreichische Glücksspielkonzern

Die Corona-Pandemie war ein schwerer Schlag für alle Unternehmen, die physisch mit Kunden zu tun hatten. Gerade das Casino-Geschäft erlitt dabei Verluste in Millionenhöhe. Viele herkömmliche Casinos mussten einfach schließen, weil sie ihr Geschäft wegen der allgemeinen Schließung einfach nicht fortführen konnten. Für manche war nur die Online Präsenz die einzige Möglichkeit, weiterhin im Glücksspielgeschäft zu existieren. Es gab aber auch wahre Glückspilze, die sich in schweren Zeiten unerwarteten Einkommen erfreuen konnten. Casinos Austria war so ein erstaunlicher Fall. Denn eine Finanzspritze von sage und schreibe 31 Millionen Euro war gerade das, was man bei einer solchen globalen Krisensituation dringend nötig hatte.

Woher kommt eigentlich der unerwartete Geldregen?

Eigentlich war es eine große Überraschung für Casinos Austria AG. Denn der Rechtsstreit hat sich inzwischen ganze 8 Jahre in die Länge gezogen. Die Schiedsklage wurde dabei gegen den Staat Argentinien beim ICSID (International Centre of Settlement of Investment Disputes) eingereicht. Zuerst wurde 2013 die Klage vor dem heimischen Gericht in Argentinien erhoben. Das führte jedoch nicht zum Erfolg und so wurde das internationale Schiedsgericht miteinbezogen. Gerade die ICSID ist dabei dafür bekannt, dass sich Rechtsstreite hier sehr lange ziehen können. Damit ist die 8-jährige Wartezeit keine große Überraschung. Überraschend ist jedoch das positive Urteil, mit dem keiner gerechnet hat.

Die vom Investor Casinos Austria beanspruchte Summe belief sich eigentlich auf 62 Millionen USD. Als Entschädigung wurden dabei 31,1 Millionen Euro von dem ICSID entschieden. Und da das Urteil schon in Kraft getreten ist, ist der argentinische Staat zur Zahlung gezwungen. Sollte er aus irgendwelchem Grund den Schadenersatz verweigern, muss er dann mit der Vollstreckung der ganzen Summe rechnen. Die 31 Millionen Euro dienen dabei als Ersatz für die nicht stattgefundenen Umsätze des Glücksspielkonzerns in Argentinien für den Zeitraum von 8 Jahren. Was war aber der Grund für die Rechtsklage und was hat überhaupt ein österreichischer Konzern für Glücksspiele mit Argentinien zu tun?

Die internationale Tätigkeit von Casinos Austria AG und der Fall Argentinien?

Die internationalen Geschäfte von Casinos Austria AG werden über die Tochtergesellschaft Casino Austria International abgewickelt. Das Ziel dieses Unternehmens ist weltweit casinos zu betreiben. Auch in Argentinien sollte eine Filiale des erfolgreichen Unternehmens tätig werden. Doch es kam zu einem unrechtmäßigen Lizenzentzug und so konnte die argentinische Casino-Filiale ihre Tätigkeit nicht fortsetzen. Letztendlich wurde die Filiale in Südamerika geschlossen, was auch der Grund für die eingereichte Anklage war. Wie man bei der Prüfung des Falles feststellte, war der Lizenzentzug von „willkürlicher Natur“, was letztendlich zu dem für Casinos Austria AG positiven Urteil führte.

Der Lizenzentzug fand in einer Zeit statt, die ohnehin für den österreichischen Casino-Anbieter schwer war. Viele internationale Geschäfte musste der Konzern inzwischen schließen oder verkaufen. Das Casino-Geschäft in Australien zum Beispiel, das ein eigenes Casino und Anteile an einem Casino Resort umfasste, verkaufte das österreichische Unternehmen für satte 60 Millionen Euro an verschiedene Investoren. Leider war es nicht die einzige Trennung, die der Konzern erleben sollte. Auch die Geschäfte in Tschechien, Italien und Chile wurden geschlossen. Sich aber aus Argentinien zurückzuziehen war nicht geplant. Die Millioneneinnahmen von dem Verkauf der Filialen in Australien sollten dabei die Verluste in einem nicht erfolgreichen Jahr 2010 ausgleichen und zum Erblühen der Tätigkeit des Konzerns in Argentinien führen. Die Entwicklung hat jedoch einen anderen Weg geschlagen, der 8 Jahre später dem Glücksspiel-Unternehmen Glück im Unglück bescherte.

Eine kleine Visitenkarte von Casinos Austria AG

Der österreichische Glücksspielkonzern hat in seinem Land eine Monopolstellung. Er darf als einziger Anbieter in Österreich Glücksspiele anbieten, wobei er über fast 2.000 Spielautomaten und ungefähr 240 Spieltische in klassischen Spielhallen verfügt. Aber das österreichische Casino-Unternehmen ist inzwischen auch online präsent. Ihm gehört die erfolgreiche Marke win2day, die neben klassischen Slots auch Roulette, Poker, Blackjack und Bingo im Portfolio hat. Dazu gesellen sich auch Lotto und Sportwetten.

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